Monthly Archives: Dezember 2015

  • Der Amtsschimmel reitet auch Heiligabend

    Schon auf dem Gang riecht es nach Zimtsternen und Vanillekipferln. Ich steige die Stufen zum Gemeindesaal hinauf, den die Ehrenamtlichen einmal wöchentlich zum Begegnungscafé umfunktionieren. An weihnachtlich geschmückten Tischen sitzen Leute zusammen, spielen selbsterklärende Spiele, füllen Anträge fürs Sozialamt aus und verfassen Briefe, in denen sie der ehemaligen GEZ erklären, der Bewohner des Containers Nr. sowieso halte gar kein Gerät zum Empfang öffentlich-rechtlicher Sender bereit und verzichte deshalb darauf, einen Beitrag zum deutschen Bildungsfernsehen zu entrichten.

  • Streiflicht: Belgrad – Hotel Moskva

    Von der Terrasse unseres Hotels hat man einen grandiosen Blick in Richtung Pannonische Tiefebene. Die Straße, die in den Terazije-Platz mündet, schiebt die Bebauung auseinander, der unmittelbar benachbarte Park bricht diese Stadtlichtung noch weiter auf und zwischen dem Hotel Moskva und dem Hotel Balkan öffnet sich die Stadt und mein Blick fällt den Berg hinab und über den Fluss in eine gewaltige Weite.

  • Wer seine Ansichten mit anderen Waffen als denen des Geistes verteidigt, von dem muss ich voraussetzen, dass ihm die Waffen des Geistes ausgegangen sind. (Otto von Bismarck)

  • Erzählende Fotos

    Vor kurzem hatte ich das Glück, mir in Birma über dem Tal der tausend Pagoden den Sonnenaufgang ansehen zu können. Noch im Dunkeln fuhr ich mit dem Rad zu einem Tempel und stieg fast fünfzig Meter die hohen Stufen hinauf. Und natürlich war ich nicht allein. Immer mehr kamen, um das Spektakel zu sehen.

  • Ein Hotel für die Geheimpolizei

    Ich erreiche mein Ziel an einem Wochenende im Herbst, kurz bevor Bora und Kälte Dalmatien in den Würgegriff nehmen. An diesem Morgen kommt der Wind aus Süden. Ein Wind, den wir Jugo nennen und der nirgendwo so heftig weht wie an der Riviera von Makarska. Es ist warm aber bewölkt und nur noch die hartgesottensten Schwimmer gehen ins Wasser.