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9 Posts By Redaktion

  • Terror – das Medienereignis

    New York, London, Madrid, Paris, Brüssel. Auch vor New York gab es Terroranschläge und Brüssel war nicht der letzte. Wir sind entsetzt, wir fühlen uns hilflos und keiner hat auch nur ansatzweise ein Rezept, wie man das beenden könnte.

  • Flüchtlingskrise – Münchhausen by proxy

    Die Tatsache, dass eine unvorstellbare Anzahl an Flüchtlingen vor den Toren Europas unter menschenunwürdigen Bedingungen kampiert, begreifen wir noch immer als unsere Krise. Von der Politik wird hektisch agiert und reagiert, in einer Rhetorik, die den Krisenzustand zum Ausnahmezustand erhebt: Obergrenzen, Transitzonen, Kontingente, Schießbefehl. Währenddessen wird das besorgte Wahlvolk zusehends hysterisch: Islamisierung, importierter Terror und überhaupt und ganz allegemein: der kurz bevorstehende Untergang des Abendlandes.

  • Randnotiz: Wahl der Köpfe

    In Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt wurde gewählt. Unter Volldampf sozusagen, mit einer richtig hohen Wahlbeteiligung. Analysiert wurde auch schon: In BW wählte ungefähr jeder Siebte, in RP jeder Sechste und in SA jeder Vierte die AfD. Woher die AfD-Wähler kommen, wen sie vorher gewählt haben, und überhaupt die Afd waren in den Analysen ein Riesenthema. Viel interessanter fand ich die immer wieder zu hörende Feststellung, es sei, zumindest in BW und RP eine Personenwahl gewesen.

  • The problem with the world is that the intelligent people are full of doubts, while the stupid ones are full of confidence. (Charles Bukowski)

  • Wie unter einer Käseglocke – Interview mit Jurica Pavicic

    Jurica Pavicic ist Schriftsteller und Filmkritiker. Er lehrt an der Universität Split, schreibt Erzählungen und Romane und seine Artikel erscheinen regelmäßig in der kroatischen Presse. 2004 lief die Verfilmung seines Buches „Ovce od gipsa“ unter dem Titel „Die Zeugen“ im Berlinale Wettbewerb. Ich treffe ihn in einem Café am Potsdamer Platz.

  • Miljenko Jergovic: Angst

    „Wer im Zustand der Angst lebt, der Schuld, der ständigen Angst vor der Angst, ohne die Augen schließen und Erlösung empfinden zu können, und dabei arbeiten, lachen und sich unterhalten muss, der lebt wie ich und muss damit in unserer Welt zurecht kommen.“ Das schrieb Ivo Andrić in “Wegzeichen“, einem Buch, an dem er zeit seines Lebens arbeitete. Auch wenn es anders klingt, liegt in Andrićs Worten mehr Wahrheit als Selbstmitleid, der schlimmste Feind des Menschen – schlimmer noch als die Angst.

  • Der Amtsschimmel reitet auch Heiligabend

    Schon auf dem Gang riecht es nach Zimtsternen und Vanillekipferln. Ich steige die Stufen zum Gemeindesaal hinauf, den die Ehrenamtlichen einmal wöchentlich zum Begegnungscafé umfunktionieren. An weihnachtlich geschmückten Tischen sitzen Leute zusammen, spielen selbsterklärende Spiele, füllen Anträge fürs Sozialamt aus und verfassen Briefe, in denen sie der ehemaligen GEZ erklären, der Bewohner des Containers Nr. sowieso halte gar kein Gerät zum Empfang öffentlich-rechtlicher Sender bereit und verzichte deshalb darauf, einen Beitrag zum deutschen Bildungsfernsehen zu entrichten.

  • Randnotiz: Fußball

    Mit ein paar Ausnahmen sind meine Freunde alle belesen und gebildet. Meinen Nachnamen können inzwischen alle fehlerfrei aussprechen, auch die Ausnahmen. Beruflich treffe ich oft Menschen, die noch viel belesener und gebildeter sind als meine Freunde. Die meisten brauchen im Schnitt drei Anläufe, bis sie meinen Namen richtig aussprechen. Wenn es dann endlich klappt, kommen wir häufig auf die Frage zu sprechen, warum so wenig Literatur aus dem südslawischen Raum übersetzt wird.